Im Reitcamp bei Sandra Borssim (IRE) - Trainingsplan To Go für Shami & mich

SNUUTblog Junges Pferd

Wie im Blog-Post Irland DAS Pferdeland schon erwähnt, versuche ich jedes Jahr zu meiner guten Freundin und Trainerin Sandra Borssim nach Irland zu fliegen, um mir die irische Bodenständigkeit im Umgang mit Pferden wieder zu Gemüte zu führen! So versuche ich in der Ausbildung von Shami immer ein Stück Irland einfließen zu lassen: Gelassenheit, Bodenständigkeit, Mut und doch ein kleines bisschen Verrückt sein... :)

Von meiner Trainerin Sandra bekomme ich Tipps und Tricks für die Weiterbildung meiner Reitpferde. In den ersten Irland Tagen werden immer erst der aktuelle Trainingsstand in Deutschland skizziert und die derzeitigen Probleme und Herausforderungen des Trainings eines Pferdes beschrieben. Die bekannterweise nur an mir liegen, analysiert und Lösungswege theoretisch heraus gearbeitet werden. Dann werden diese theoretischen Lösungswege auf Sandra´s ausgebildeten Pferde durch geritten und gefestigt. Dabei zitiert Sandra oft ihr Vorbild Ingrid Klimke: "Deine halben Paraden müssen interessanter sein als die Umgebung!" 

 

Sandra ist im Zucht- und Ausbildungsstall Borssim ihrer Familie in Bordesholm (SH) aufgewachsen und hat ihre Reitkarriere im Alter von drei Jahren mit Voltigieren begonnen. Bevor Sie mit 5 Jahren ihr erstes Pony Philou bekam, musste Sie Unterricht ohne Sattel nehmen - Ihre Mama hatte zu dolle Angst, dass sich die großen Reitstiefel ihrer Tochter in den Steigbügeln verfangen würden.

 

So verfügt Sandra mittlerweile über eine 30-jährige Pferdeerfahrung und kann mit vielen internationalen Turnier- & Championatserfolgen sich in jegliche Situationen ihrer Reitschüler hinein versetzen und bei Herausforderungen Abhilfe leisten. 2000 wollte Sandra ein Jahr Pferdeerfahrungen im Ausland machen und suchte sich das verrückte Irland aus.

 

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen den deutschen und irischen Reitern?

"Mit Augenzwinkern zu verstehen: Deutsche reiten mit zu viel Kopf, Iren reiten manchmal ohne Verstand ;)"

 

Welchen Ausbildungsansatz lehrst du deinen Schülern? "Immer von der Hinterhand über den Rücken an meine Hand reiten - niemals anders herum"

 

Was predigst du deinen Schülern?

" Keine Leckerlies in der Tasche mitführen, man erzieht sich bettelnde, unerzogene Pferde heran.

Nur weil dein Pferd auf der einen Hand die Übung gut macht, kann es das nicht automatisch auf der Anderen. Die Gehirnhälften der Pferde sind nicht so verknüpft wie unsere."

 

Was muss ein gutes Allround-Pferd deiner Meinung nach haben:

"Ganz einfach: stabiles, aber elegantes Exterieur, Mut und Charakterstärke."

 

Du nimmst auch regelmäßig AuPairs auf, welche Voraussetzung muss man mitbringen, um bei dir zu arbeiten?

"Fleiß, keine Scheu vor Forke und Feudel und einen guten Sitz - Kontakt für die Bewerbung und Seminar-Angebote in Deutschland und Irland findet ihr auf der Facebookseite Oulartleigh Equestrian.

 

Sandra´s Trainingsplan To Go für Shami & mich:

 

Problemstellung... kann man kaum so nennen, eher tabula rasa - also eine Heruasforderung: Jungpferde weiter auszubilden ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe und darf nicht unterschätzt werden. Sham wurde soweit angeritten, dass er Bodenarbeit kennt, alle Grundgangarten auf beiden Händen unter dem Reiten gehen kann und über Cavaletti springt. Nun gilt es ihn zunächst auszubalancieren und seine Muskeln aufzubauen. Bei diesen Arbeiten müssen immer die 6 Punkte der Ausbildungsskala der klassischen Reitkunst (Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung) berücksichtigt werden. Junge Pferde sollten die ersten 2 Jahre viel im Gelände verbringen. Das fördert das Gleichgewicht, die Rittigkeit, Ausgeglichenheit der Seele, Trittfestigkeit und den Muskelaufbau.

 

Montag:             Dressur Unterricht (max. 20 Min.

                             konzentriertes Training)

Dienstag:           lockeres Stangenarbeit an der Longe 

Mittwoch:          Springstunde

Donnerstag:     Frei

Freitag:              Bodenarbeit

Samstag:          Ausreiten oder Freispringen

Sonntag:           Frei

Tipps für mich:

  • Pferd beruhigen: leichte Paraden, Mähnenkamm kraulen
  • Wendung beim unausbalancierten Pferd: innere Hand heben, äußerer Schenkel (oft ist es egal auf welcher Hand man reitet - rechte Hand heben, weil fast alle Pferde auf der linken Seite hohl sind)
  • Überstreichen: Überprüfen, ob Pferd Tempo & Halsung halten kann

Weitere kreative Trainingseinheiten für Remonte:

  • Gelassenheitsarbeit (GHP)
  • Hangtraining
  • Bank- & Grabentraining
  • Handpferdtraining
  • Cavalettiarbeit
  • Gynmastikreihe
  • Untergrundtraining (Strand, Matsch, Stoppelfeld, Fluss)
  • Doppellonge
  • Galoppbahn
  • Agility
  • Kutsch- oder Schlittenfahrtraining
  • Freiheitsdressur
  • Pferde-Fuß(Huf)ball
  • Zirkuslektionen
  • Still stehen beim putzen, satteln, aufsteigen und beim Stehen an der Longe
  • Anhängertraining
  • laute Musik oder Klatschen trainieren

Zwei Tage nach seiner Ankunft durfte ich mich als Erste auf den Remonten Cosbie setzen. Wie ihr hier seht, haben wir einige Tage gebraucht, um uns aufeinander einzuspielen. Durch seine Muskulatur in der Hinterhand und dem Hals fällt es dem jungen Kerl noch sichtlich schwer loszulassen -  und ehrlich gesagt war ich auch etwas angespannt, denn bei jungen Pferden weiß man nie ;)

 

Wie sind eure Erfahrungen mit Remonten?

Habt ihr auch Lust die grüne Insel auf dem Rücken der Pferde zu erkunden?

 

HERZliche Grüße,


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