Zuwachs im Rudel - Zusammenführung von Hund & Baby

Familienzusammenführung mit Hund und geborenem Baby
Mel, Baby Fine und Caruso - eine wunderbare Familie

Wenn ein Paar mit Hund Zuwachs bekommt, ist es nicht nur wahnsinnig spannend für die werdenen Eltern, sondern auch für den Hund. Das Frauchen verändert sich nicht nur im Körperumfang ;) sondern auch im Verhalten und im Geruch. Man sollte die 9 Monate nutzen, den Hund langsam aber stetig an den neuen "Umstand" zu gewöhnen :)

"Liebe Mel,

 

Wie hast du Caruso auf den kommenden Zuwachs vorbereitet? Ich habe Caruso bei den Vorbereitungen für Fine immer mitmachen lassen und ihn an den neuen Sachen schnüffeln lassen, z.B. wenn ich neue Kleidung und Spielzeug gekauft habe oder ihren Schrank eingeräumt habe.

 

Hast du wahrgenommen, dass Caruso die Veränderung gespürt hat? Wenn ja, wie hat er sich verhalten?

Das bildet man sich ja gerne auch mal ein, aber ich habe tatsächlich das Gefühl gehabt, dass Caruso gespürt hat, dass ich schwanger bin. Er war auf einmal viel aufmerksamer und kuscheliger als sonst.

 

Hast du die Tagesplanung von Caruso geändert?

Naja, vorher sind wir immer zusammen ins Büro gegangen, dass ist nun nicht mehr so. Wir planen unsere Tage sowieso immer so wie es gerade passt. Daher gibt es keine genaue Tagesplanung, außer 2x „Fressi“ und 3-4x „Pippi/Kacki gehen“ und das ist geblieben.

 

Wie war die Zusammenführung von Caruso und Fine? Gleich am ersten Tag nach Ankunft aus dem Krankenhaus?

Ja, eine Freundin hatte Caruso die 3 Tage in denen wir im Krankenhaus waren übernommen. Sobald wir zurück waren, hat mein Freund ihn abgeholt und ist noch eine Runde mit ihm um den Block gegangen. Ich habe dann Caruso und meinem Freund die Tür, mit Fine auf dem Arm, geöffnet. Caruso hat sie gleich gerochen und war sehr aufgeregt. Wir haben uns dann zusammen auf den Boden gehockt und ihn an Fine schnüffeln lassen. Er hat sie abgeschleckt und damit war das Thema gegessen. Er hat gleich verstanden, dass sie nun dazu gehört.

 

Wie verkraftet er die nun geteilte Aufmerksamkeit?

Fine ist nun 7 Monate alt und bisher kommt er gut damit klar. Wobei man sagen muss, dass ich ihn vorher auch nicht jede Minute auf dem Arm hatte. Er ist ja ein großer Hund. Er hat es beibehalten sie abzuschlecken, sobald er an sie rankommt. Das lasse ich auch zu. Er ist entwurmt. Lustig finde ich nur, dass er mich und meinen Freund nicht so ableckt also scheint er das doch zu unterscheiden. Zum Glück mochte er schon immer Kinder. Der Züchter, bei dem er aufgewachsen ist, hatte zwei kleine Töchter, die regelmäßig mit den Welpen gespielt haben. Ich denke das war wichtig.

 

Welche Tabu´s hast du eingeführt?

Neue Tabus haben wir bisher eigentlich nicht. Er darf ihr Spielzeug nicht in die Schnauze nehmen, aber ich denke, dass müssen wir noch einmal richtig üben sobald sie ins Krabbelalter kommt und ihre Sachen überall auf dem Boden verteilt liegen. Ich versuche schon jetzt die Beiden nicht alleine miteinander zu lassen. Auch wenn er ein toller Hund ist, man weiß nie, was passieren kann.

 

Danke für den Einblick in deine Erfahrungen mit Hund und Kind. Wir wünschen Euch 4 Familienglück, Gesundheit und ganz viele schmusige Stunden zusammen !"

Um den Hund als freiwilliges Kuscheltier, Bodygard und Pausenclown für sein Kind einstellen zu können, sollte man mit ihm in 5 Phasen arbeiten:

 

Phase 1: Gehorsamkeit:

  • Wer hat das sagen: zunächt muss die Rangordnung (idealerweise schon ab Welpenalter) klar aufgestellt sein: Mama und Papa sind die Rundelführer, der Hund ist der Helfer und das Baby das "Jungtier", welches aber nur die Rudelführer erziehen und korrigieren dürfen.
  • Wiederworte oder eher Wiedertaten werden konsequent untersagt:
    • Das Lieblingsspielzeug aus dem Maul nehmen können ohne das der Hund nochmal nach schnappt (Dieses Verhalten kann man dem Hund sehr spielerisch bei bringen und macht allen Spaß)
    • Futter hinstellen, Hund etwas fressen lassen, zwischendurch weg nehmen, wenn der Hund das Fressen ganz gelassen abgibt, ihn motivieren und mit "weiter fressen" loben. Sollte er knurren, Zähnefletschen oder schnappen, so kann der Hund mit einem "nein" getadelt und das Essen für 10 min. weggenommen werden. Danach wird die Prozedur wiederholt bis zum gewünschten Erfolg. (Bestrafungen dürfen NIEMALS körperlich sein! Es gibt viele Arten der positiven Verstärkung, um dem Hund gewünschte Verhaltensweisen bei zubringen).

Phase 2: Tabu Zonen einrichten:

  • Das Kinderzimmer und die Küche solltest du schon lange Zeit vor der Geburt als Tabu-Zone ernennen.
  • Ebenso sollten Wiege, Wippe, Wickelkommode, Tragetasche, Kinderwagen und Krabbeldecke als Tabuzone erklärt werden. Hunde können sehr erfinderisch werden, um trotz Verbots diese interessanten Neuanschaffungen oder Tabu-Zonen einmal genau zu begutachten. So sollte man in erster Zeit den Hund konzentriert beobachten.
  • Auch ganz kleine Kinder können durch konsequente Erziehung davon überzeugt werden, dass die Ruhezone des Hundes ebenso seine persönliche Grenze ist und nicht überschritten wird.

Phase 3: Gesunder Hund:

  • Damit beim Kuscheln, Toben und Streicheln keine Berührungsängste aufkommen, sollten Hunde regelmäßig geimpft, entwurmt und auf Parasiten (Flöhe, Zecken und Milben) untersucht werden. Dabei ist wahrscheinlich die Schulmedizin durchgreifender als die von uns so geliebte Alternativmedizin :( Man muss abwägen, was wichtiger ist: ein gesundes Kind oder die medikamentöse Belastung des Hundes. Ich musste mich zum Glück noch nicht entscheiden, würde mir aber sehr schwer fallen.

Phase 3: Hund & Kind nie alleine lassen:

  • Durch Körpersprache und Lautäußerungen signalisieren Hunde, wenn es ihnen zu eng wird. Kinder können diese Signale meist noch nicht deuten. Niemals sollte ein Kind mit einem Hund allein gelassen werden, denn Zerren am Hundeohr, Knochen weg nehmen, auf den Hund legen usw. kann selbst den geduldigsten Hund aus der Ruhe bringen. Achte auf dein Hund, denn er sollte nicht in die Situation kommen müssen, Situationen mit dem Kind alleine regeln zu müssen.

Phase 4: Der Hund ist nicht an letzter Stelle:

  • Dein Hund darf niemals das Gefühl bekommen, er wäre kein wichtiges Mitglied mehr. Das erzeugt Neid und somit gefährliche Situationen. Nimm Dir auch mal eine Auszeit vom Baby und knuddel dein Hund einmal richtig durch!

Phase 5: Kind erziehen:

  • Dazu gehört auf jeden Fall, dass ein Hund nicht beim Fressen gestört werden sollte, Ruhepausen eingehalten werden müssen und vor allem, dass Tiere keine Spielzeuge sind.

Nun kann der kleinen Familie nichts mehr im Weg stehen!

 

Es ist keine Lösung seine eigene Faulheit, bestimmte Dinge mit seinem Hund VORAB nicht trainiert zu haben, mit der Abgabe des Hundes in ein Tierheim zu rechtfertigen!

 

 

HERZliche Grüße,

Der Blog-Post hat so viel Anklang bekommen, dass ich euch hier die ersten Baby&Hund Teams vorstellen darf :) Wer auch gern sein Dream-Team zeigen möchte, schickt uns hier per Mail Bild, Name und Alter des Paares. Wir freuen uns über so viel Zuspruch und Bilder! Toll!!! <3

Mattis (8wochen) und Pumba (3 Jahre) 😉



 

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