Die Regenbogenbrücke - Wir verabschieden uns von unserer kleinen Jessie

Regenbogenbrücke. Wann ist die Zeit gekommen einen Hund einzuschläfern

Wann entscheidet man sich dazu den geliebten Partner einschläfern zu lassen? Dieser Blog-Post ist der kleinen süßen Jack Russel Hündin Jessie gewidmet und fällt uns ganz schwer zu beschrieben...

Jeder Hundehalter steht irgendwann mal vor der Herausforderung seinen Hund endgültig verabschieden zu müssen. Wir standen erst vor ein paar Wochen vor diesem schmerzhaften Ereignis, als die geliebte Jack-Russel-Hündin Jessie von Julia eingeschläfert werden musste.

 

Liebe Jessie,

 

du kleines, quirliges, süßes Wesen. Du hast der Familie und den Freunden so viele unvergessliche und herzerfüllende Stunden gegeben. Hast dein Leben in Saus und Braus gelebt. Warst zugegeben nicht gerade gut erzogen ;) und warst dir für keinen Lacher zu schade.

 

Du hinterlässt eine unglaublich große Lücke und unfassbar viele tolle Momente & Erinnerungen.

Du warst ein unverwechselbares Unikum.

Wir werden immer an Dich denken.

 

In Liebe,

JULE & deine Freunde

 

Jessie ist 16 Jahre alt geworden und hatte ein wundervolles Hundeleben. Am Ende litt sie an den typischen Alterserscheinungen wie Gewebeauswüchse, Wassereinlagerungen & Altersschwäche. Die Familie hat sich im kleinen Kreis beraten und entschieden die Kleine von ihrem Leiden zu erlösen. Aufgrund der Aktualität und der aufkommenden Emotionen möchte ich nun das Thema sachlich hinter leuchten.

 

Den richtigen Zeitpunkt für das Einschläfern finden:

Den richtigen Zeitpunkt findet man für so ein schmerzhaftes Ereignis nie! Die Kluft zwischen „den Hund vom Leiden erlösen“ und „ist mein Leid zu groß, wenn der Hund gegangen ist“ ist größer als alle Schritte jemals zuvor. Doch wichtig ist, dass man nicht aus Egoismus, persönlichen Bedürfnissen und falscher Liebe zu dem Tier, den Hund länger leiden lässt als Not tut. Man sollte wirklich nur an den Hund denken, auch wenn die Beurteilung, ob das Tier noch Freude am Leben hat oder nicht, nicht einfach ist.

 

Wann ist eine Erlösung sinnvoll?

Die Entscheidung, den Hund zu erlösen muss unbedingt unabhängig von den eigenen Gefühlen getroffen werden. Kein Lebewesen dieser Welt darf eingeschläfert werden, weil es durch sein Alter, seiner Krankheit oder Behinderungen nicht mehr „funktioniert“!!! Auf der anderen Seite hört die Verantwortung eines Halters für ein Tier nicht kurz vor dem Tod auf. Der Hund ist meist ein jahrelang treuer Begleiter gewesen. Wir sind dafür verantwortlich ihm auch in schlechten Zeiten beiseite zu stehen. Da jeder Halter es vermeiden will seinen Hund zu früh aus dem Leben zu reißen oder aber es unnötig leiden zu lassen, möchte er Kriterien hören, die für oder gegen das Einschläfern sprechen. Leider muss ich Euch enttäuschen. Es gibt keine eindeutigen Anzeichen für Leid oder Lebensfreude. Ein Hund, der sein Augenlicht oder ein Bein verliert, verliert nicht gleich seine Lebensfreude! Ist der Hund überseht mit Tumoren oder Metastasen, die auf die Nerven drücken, Schmerzen verursachen und das Tier die Umwelt kaum wahrnehmen kann, sollte man überlegen ihn davon zu erlösen. Ein Anzeichen vom baldigen Versterben ist bei Hunden oft die tagelange Verweigerung von Futter, auch der sonst heißgeliebten Leberwurstbrote und der totale Verlust an der Lebensfreude. Auf Grund der eingeschränkten oder schon versagenden Funktionen von Leber und Niere nimmt das Tier übermäßig viel Wasser zu sich. (Diese Anzeichen können wir aus eigenen Erfahrungen aufzählen. Bitte immer den Rat von Tierheilpraktiker oder Tierärzten zu jeder Entscheidungstendenz hinzunehmen). Entscheidend ist, ob der Hund unter der Situation leidet: Ob sich sein allgemeiner Gesundheitszustand, sein Charakter verändert oder das Alter eine Rolle spielt. Hunde zeigen leider sehr sehr spät, wenn es gar nicht mehr geht. Hundehalter, die sensibel sind oder ihren Hund sehr gut kennen, merken sofort wenn etwas mit dem Tier nicht stimmt. So muss man darauf achten, was der Hund ihnen mitteilen will. In jedem Fall sollte fachlicher Rat hinzugezogen werden!

 

Jessie hatte in den letzten Monaten viele Momente in denen wir dachten, nein, noch ist es wirklich nicht soweit. Sie hatte noch immer dieselben Verhaltensweisen wie sonst auch. Nur immer seltener... Wenn man das mal ganz klar betrachtet, war dieses Verhalten leider immer häufiger nur die Ausnahme. Bewegungsunlust bis hin zur totalen Bewegungsverweigerung, die sich einschleichende Futterumstellung, die Tatsache dass sie nicht mehr zwischen drin und draußen "machen" entscheiden konnte, zeigte uns die stetige Verschlechterung ihres Zustandes. Das viele Trinken ist ein Zeichen für die Einschränkungen ihrer Organe. Sie schlief fast den ganzen Tag und nahm immer seltener Nahrung zu sich. Ist man einmal ehrlich, gesteht man sich langsam ein, dass es dem Ende zugeht. Der Punkt, endgültig darüber zu sprechen, ob wir das Tier erlösen, fällt nicht allen Beteiligten leicht. Keiner lässt den Gedanken an den bevorstehenden Schmerz zu, weil man sich wünscht, dass es wieder Berg auf geht, aber weiß, dass es nicht so sein wird. Der Punkt, an dem man dann akzeptiert, dass es so wie es die letzten Tage war, nicht gut ist und auch nicht wieder besser wird, ist der entscheidende Schritt. Diese Erkenntnis ist wichtig, um sagen zu können, dass es nun der richtige Zeitpunkt wäre. Jedem von uns war klar, dass Sie ein langes, wunderbares Leben hatte. Aber:  Sie will gehen gelassen werden. Wir haben uns entschieden Sie zu erlösen, weil wir bei fortlaufender Beobachtung ihrer Situation eines Tages nicht ertragen hätten, wenn ihre Organe ganz versagt hätten und sie extreme Schmerzen erlitten hätte. Ihr ruhiges Einschlafen hat mir die Angst, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, genommen. 

 

Fakten:

Euthanasie (Einschläfern) ist ein griechisches Wort und bedeutet "Gutes Sterben" (Eu= Gut, Thannatos= Sterben). Wenn eine fachgerechte Einschläferung vollzogen wird, merkt das Tier den Eintritt des Todes nicht. Zuerst wird dem Tier ein starkes Narkosemittel (Narkotikum/Barbiturat) verabreicht, sodass das Tier einschläft. Danach wird erst das Medikament (Pentobarbital/Embutramid) gespritzt, das das Herz zum Stillstand bringt. Es kann beim Eintritt des Todes immer noch zu Muskelzucken, Kot- oder Urin ablassen kommen, was nur für uns Menschen unangenehm ist. Das Tier merkt davon nichts, denn diese Zeichen sind keineswegs bewusst, es sind lediglich mechanische Reflexe.

 

Spürt mein Hund sein Ende?

Es gibt Erzählungen von Hundebesitzern, die besagen, dass ihr Hund kurz vor dem Tod sich von seinem "Rudel" zurück gezogen hat, manche sind in den Garten gegangen und haben sich ein "letztes Loch" gebuddelt, haben sich rein gelegt, weit weg vom Rudel und sind darin gestorben. All diese Geschichten zeigen uns, dass das Tier sich auch seelisch auf sein Ende vorbereitet. Wir denken, dass es nicht anders ist, als bei uns Menschen: wir betrauern den bevorstehenden Tod, haben aber meist keine Angst davor. So liegt es an uns Menschen, den Hund vor seinem Tod nicht noch in Panik zu versetzten, denn: wenn wir aufgeregt sind, sind es unsere Hunde auch. Wenn wir unserem Hund bevorstehende Qualen ersparen und Ihn vorher erlösen wollen, spürt er den sanften Tod nicht - der Hund schläft einfach nur ein...

 

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Der Hund sollte spüren, dass er sich auf Dich verlassen kann, egal was gleich passiert. Die größte Hilfe für den Hund ist die ausstrahlende Ruhe und Gelassenheit des Menschen. Auch wenn es schwer fällt in so einer Situation ruhig und vor allem gelassen zu sein, sind wir es unserem Hund schuldig ihm tapfer zur Seite zu stehen. Der Hund muss seinen "Rudelführer" bis zur letzten Sekunde spüren und sich sicher und wohl fühlen. Die Verzweiflung und Hilflosigkeit des Menschen hilft dem Hund gar nicht.

 

Vorbereitung ist alles:

Du solltest vorher alles mit deinem Tierarzt genau besprechen. Kläre ab, ob er auch zu dir nach Hause kommt, um den Hund in seiner vertrauten Umgebung einzuschläfern; wo das Tier danach hin kommt oder ob er es zum Krematorium bringen kann. Kläre für dich selber ab, ob du bei dem Prozess des Einschläferns dabei sein willst, denn das im letzten Moment zu entscheiden, bringt Stress in die Situation und überträgt sich sofort auf das Tier. Bitte einen engen Freund oder ein Familienmitglied dich bei diesem wohl schwersten Schritt eines Hundebesitzers zu begleiten. In den meisten Gemeinden darf man sein Haustier NICHT im Garten vergraben (Grundwasserschutzgesetz), falls doch buddel vorher ein großes und vor allem tiefes Loch und hülle deinen Hund in ein Leinentuch. Beachte, dass im Winter der Boden bis zu einem halben Meter gefroren sein kann. Du kannst deinen Hund auch einäschern lassen und ihn in einer Urne bei dir behalten oder auf einem Tierfriedhof bestatten lassen.

 

Trauer bewältigen:

Aber was hilft wirklich gegen Trauer?, den Verlust? und den Weltschmerz?, der die Brust zerreißen lässt? Dafür gibt es leider keine allgemeine Antwort: Ein paar Tage danach bist du vielleicht schon in der Lage ein kleines Kreuz für das Grab oder eine Kollage zu basteln. Die typischen Sätze wie "Es ist besser so!, Denk an die tolle Zeit die ihr hattet! Du wirst schon drüber hinweg kommen!...." helfen meist gar nicht! Der Alltag wird komplett durcheinander geworfen. Gassi Runden sind nicht mehr nötig, oder die verbleibenden Hunde aus dem Rudel wirken betrübt, unruhig, weinen und trauern auch. Es ist ganz wichtig, dass du die anderen Hunde, die auch mit im Rudel gelebt haben, den toten Körper an schnüffeln lässt, damit sie auch verstehen, was passiert ist. Wenn heftige Reaktionen von den Hunden kommen, kann man Ihnen auch Rescue Tropfen (Bachblüten) geben, um wieder etwas zu entspannen. Vielleicht kennst du Jemanden, der auch schon mal das Schicksal erleiden musste und kannst dich mit demjenigen austauschen. Versuch dich abzulenken. Des Weiteren kannst du dir Hilfe von Trauerbewältigungsfachleuten holen. Sandra Frinke übt diese Berufung aus und sieht ihre Arbeit als einen Kontakt für Menschen, die um ihre Tiere trauern oder denen ein Abschied bevor steht. Sie möchte dazu beitragen, dass die Trauer um Tiere einen Ort, ein Gegenüber, einen Ansprechpartner findet. Unter www. Trauerfell.de könnt ihr mehr über Sandra´s Arbeit lesen.

 

Die Trauer zu bewältigen ist ein ganz wichtiger Prozess und darf nicht unterdrückt werden. Jeder trauert auf seine Weise und darf von anderen Menschen nicht bewertet werden!!!

 

Regenbogengeschichte:

"Es gibt eine Brücke, die den Himmel und die Erde verbindet. Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens. Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras. Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem wunderschönen Ort.
 Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken, und es ist warmes schönes Frühlingswetter. 
Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund. Sie spielen den ganzen Tag zusammen.

 Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen: 
Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.

 So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht!
 Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß!
 Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.
 Die Füße tragen es schneller und schneller.
 Es hat Dich gesehen...!

 Und wenn Du und Dein spezieller Freund sich treffen,
 nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest.
 Dein Gesicht wird geküßt, wieder und wieder und Du schaust endlich wieder in die Augen Deines geliebten Tieres,
 das so lange aus Deinem Leben verschwunden war,
 aber nie aus Deinem Herzen.

 Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens und Ihr werdet nie wieder getrennt sein..."

http://www.hunde-poesie.de/trauriges/regenbogenbruecke/die-regenbogenbruecke.html

 

SNUUT-Tipp: Wir raten davon ab, sich sofort einen neuen Hund anzuschaffen, um die Lücke im Alltag und im Herzen zu füllen. Dieser wird niemals das Wesen, den Charakter und Eigensinn des verstorbenen Hundes haben.

 

Links für Kiel & Umgebung: Tierbestattung Uhlenkrog, Kieler Tierfriedhof, Tierkrematorium, 

Trauerbewältigung

 

HERZliche Grüße,


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Kommentare: 1
  • #1

    Angie (Dienstag, 24 Mai 2016 10:05)

    Sehr gut geschrieben.
    Es ist für mich selbstverständlich meine Tiere auch auf diesem letzten Weg zu begleiten. Es sind Familienmitglieder!
    Ich habe Alle meine Tiere (Hunde, Katzen und auch ja auch das kleine Merrschweinchen) begleitet.
    Meine Katze hat 1,5 Std gebraucht um zu gehen und ich habe sie die ganze Zeit unter Tränen gestreichelt und ihr gut zugeredet.
    Mag sich für einige blöd anhören, aber ich hätte mich nicht gut gefühlt sie alleine zu lassen.