SHARI - ein Hundeleben mit Epilepsie

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Shari - Ein Hundeleben mit Epilepsie

Dieser Gastbeitrag handelt über Shari und seiner Hundemama Denise. Die gelernte Tierpflegerin berichtet auf Ihrem Blog SHARI - Ein Hundeleben mit Epilepsie liebevoll über das Zusammenleben mit ihrem Austrailian Shepherd Rüden Shari, der an Epilepsi erkrankt ist! Wir finden es sehr wichtig, dass besondere Themen von den Betreffenden selber beschrieben werden und somit die ungefilterte Ansicht der Dinge liefern...

Denise´s Bericht über Shari und seine Krankheit:

 

"Ich möchte gerne über die Epilepsie aufmerksam machen und auch zeigen das ein Leben mit dieser Erkrankung lebenswert ist und es sich lohnt gemeinsam dagegen anzukämpfen:

 

Shari ist ein Australian Shepherd Rüde in Black tri mit Splitface und das Licht der Welt erblickte mein kleiner Champ am 07.10.2013. Im Juni 2015 verließ uns das Glück und Shari erkrankte an Idiopathische (vererbte) Epilepsie. Trotz seiner Erkrankung lässt er sich in seinem Lebenswillen nicht unterkriegen und lebt sein Hundeleben mit kleinen Einschränkungen in vollen Zügen.

 

Epilepsie, was ist das eigentlich?

Oft bekam ich Nachrichten und die Frage was Epilepsie eigentlich sei. Das ein Hund dabei umfällt und zu krampfen beginnt konnte sich nur selten einer vorstellen. Die Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des Gehirns, die durch wiederholtes Auftreten von epileptischen Anfällen gekennzeichnet sind. Wie beim Menschen gehört auch bei den Hunden die Epilepsie zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems und die Anzahl der erkrankten Tiere nimmt stetig zu.

 

Epileptische Anfälle beruhen auf plötzlich auftretende, kurz andauernde und rasch verschwindende Funktionsstörungen des Gehirns, die durch exzessive elektrische Entladungen verursacht werden und meist einige Sekunden bis wenige Minuten andauern. Diese plötzlichen Entladungen können im umschriebenen Nervenzellverbänden des Gehirns oder gleichzeitig in beiden Großhirnhälften auftreten. Je nach Ausdehnung und Lokalisation dieser Entladungen kann es zu ausgeprägten Störungen des Bewusstseins beim Hund kommen. Das heißt, das die Motorik, die sinnlichen Wahrnehmungen, die vegetativen Funktionen und/oder das psychische Verhalten des Hundes manchmal mehr oder weniger davon betroffen sind.

 

Es gibt mehrere Formen der Epilepsie, denn nicht nur die idiopathische (vererbte) Epilepsie ist Auslöser für eine Erkrankung. Auch die Symptomatische (angeborene oder erworbene) Epilepsie ist oft ein Auslöser für diese unberechenbare Krankheit:

 

Die idiopathische Epilepsie ist eine genetisch bedingte Form der Epilepsie. Es liegen keine morphologischen, sondern funktionelle Hirnveränderungen vor, die in der Regel zu plötzlichen und/oder gleichzeitigen Entladungen beider Großhirnhälften führen können. Das Gleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung ist dabei gestört. Bei den Anfällen treten die Symptome meist von Beginn an generalisiert und symmetrisch auf. Diese Form der Epilepsie kommt gehäuft bei denen vor, die eine niedrige Krampfschwelle aufweisen. Bei den Hunden, so sagt man sind inzwischen fast alle Rassen davon betroffen. Die hohe Vorkommenshäufigkeit bei einigen Rassen weisen darauf hin, dass diese Form der Epilepsie genetisch bedingt oder zumeist mitbedingt ist. Bei der idiopathischen Epilepsie treten die ersten Anfälle meist im Alter von 1 bis 4 Jahren auf, einige können aber auch früher oder später erkranken.

 

Bei der symptomatischen Epilepsie liegen angeborene oder erworbene strukturelle Hirnveränderungen vor, wobei diese die Folge von Entzündungen, eines Schädeltraumas oder anderweitige Hirnerkrankungen sein können. Diese Erkrankungen sind meist abgeheilt, haben jedoch eine erhöhte paroxysmale Endladungsbereitschaft hinterlassen. Da diese Veränderungen nicht selten herdförmig lokalisiert sind, kommen fokale Anfälle vor, die sich mehr oder weniger schnell über beide Großhirnhälften ausbreiten. Bei dieser Form von Epilepsie können die Anfälle das einzige oder das dominierende Symptom sein. Die Bindung der Anfälle an Ruhe und Schlaf sind hier oft geringer ausgeprägt. Hier möchte ich noch kurz erwähnen das z.B. auch Impfschäden, Spot On's, Vergiftungen, usw. eine Folge von Epilepsie sein können.

Das Erscheinungsbild eines epileptischen Anfalls ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Der generalisierte Anfall verläuft meist in drei Phasen ab. Diesen möchte ich unten stehend kurz erläutern:

  1. Die erste Phase ist die Aura oder auch einleitende Phase genannt. In der Zeit kurz vor einem Anfall zeigt der Hund ein verändertes Verhalten. Er ist unruhig, anhänglich und hat einen „merkwürdigen“ Blick in den Augen. Der Hund will nach draußen, teils ist es auch umgekehrt und er will rein ins Haus. Kurz gesagt, der Hund verhält sich anders als sonst. Diese Anzeichen kommen bei Shari z.B. selten vor, da er die epileptischen Anfälle meist unverhofft aus dem Schlaf oder der Ruhephase heraus bekommt. Zeigt er jedoch Anzeichen, dann starrt er oft vor sich hin, ist ansprechbar aber sehr verwirrt und sein Sehvermögen ist unter anderem geschwächt.
  2. Die zweite Phase ist der Iktus oder auch der eigentliche Anfall. Dieser beginnt meist mit dem Umfallen. Im Anschluss tritt eine Versteifung auf, die durch anhaltende Krämpfe von Pfoten und Körper einhergehen, der eine Entspannung mit kurz anhaltenden Krämpfen folgt. Während des epileptischen Anfalls kann der Hund sein Bewusstsein verlieren. Die gesamte Dauer eines Anfalls beträgt meist nur wenige Minuten, aber auch hier gibt es immer wieder Ausnahmen. Sollte der epileptische Anfall länger als 10 Minuten andauern spricht man von einem Status epilepticus und der Hund muss umgehend zur Tierklinik gebracht werden, da es bei einem Status epilepticus um Leben und tot geht. Während des epileptischen Anfalls kann der Hund Urin oder Stuhl verlieren, heftig speicheln oder auch laut dabei schreien. Dies ist meist unabhängig von der schwere des Anfalls.
  3. Die dritte und letzte Phase ist die postikale Phase, oder auch der Zeitraum nach dem Anfall. Nachdem der Hund wieder zu sich gekommen ist und sich aufgerappelt hat, sind sie meist „außer Fassung“. Der Hund hat danach mit Desorientierung, schlechtes sehen und sich mit Mühe bewegen zu kämpfen. Da so ein Anfall an die Kräfte des Hundes zerrt haben sie danach meist großen Hunger und sind sehr durstig. Einige Hunde sind während dieser Phase extrem unruhig und laufen rastlos umher oder im Kreis. Diese Phase kann mitunter von wenigen Sekunden bis sogar Wochen andauern. Je mehr Anfälle der Hund innerhalb eines oder mehrere Tage hat, desto länger kann die postikale Phase andauern.

Ich habe das relative Glück gehabt schon vorher einige Hunde mit Epilepsie zu kennen. Allerdings hatte ich zuvor noch keinen Anfall miterlebt, doch durch Erzählungen konnte ich relativ schnell zurückblicken als Shari seinen ersten Anfall bekam und dementsprechend reagieren. Da viele Menschen es zuvor nicht kannten, kann ich es vollkommen nachvollziehen das zunächst der Gedanke im Kopf war, dass mein Hund mir gerade weg stirbt.

 

Was kann ich als Hundehalter also tun, wenn mein Hund gerade einen Anfall hat?

Ist der Hund in einem Anfall sollte man, um Verletzungen zu vermeiden, alle umliegenden Gegenstände zur Seite räumen. Laute Geräusche und grelles Licht sollten gedimmt oder sogar ausgeschaltet werden, damit der Hund die Möglichkeit hat, in einem ruhigen, dunklen Raum sich nach einem Anfall zu regenerieren. Es fällt uns dabei sichtlich schwer dem Hund in einem Anfall in Ruhe zu lassen, denn zum einen kann man ihn in der Zeit leider nicht helfen und zum anderen kann es passieren das der Hund kurz nach dem Anfall in Panik gerät und dabei zuschnappt und seine Menschen beißt. Daher sollte nach einem Anfall der Hund am besten erst einmal in Ruhe gelassen werden damit er wieder zu sich kommt. Es kann ihm ein Geschirr angezogen werden damit man ihm irgendwie halten kann, sollte er gegen alles stoßen. Vorübergehende Blindheit kann dazu führen das der Hund seine Menschen für kurze Zeit nicht erkennt und vor ihnen flüchten möchte. Hierbei sollte ihm Zeit gegeben werden, er gerät nur noch mehr in Panik sollte man ihn folgen. Sobald die Blindheit vorüber ist kommt der Hund wieder freudestrahlend auf sie zu.

 

Hier noch ein kleiner Tipp, den auch ich bekommen habe und sehr dankbar dafür bin. Nachdem der betroffene Hund sich halbwegs wieder erholt hat und relative fit auf den Beinen ist, kann man ihm eine Banane mit Honig geben. Durch den Zuckergehalt kann ich das Gehirn schneller regenerieren und der betroffene Hund kommt schneller zur Ruhe. Aber auch hier heißt es wieder, es kann aber muss nicht sein. Denn jeder Hund ist anders und somit auch das Erkrankungsbild. Bei Shari habe ich bisher relativ Glück gehabt und durch die Bachblüten, der Banane mit Honig und eine Portion extra Futter kommt er meist binnen 30 Minuten schnell wieder zur Ruhe. Und wo wir gerade bei Futter sind, das Thema Ernährung ist oft ein umstrittenes Thema, spielt bei Epileptikerhunden jedoch meist eine große Rolle.

Verschiedene Ursachen können dafür verantwortlich sein, die Ernährung richtet sich vor allem danach, was die epileptischen Anfälle auslöst. Die primäre Epilepsie ist unheilbar, um die Anfallhäufigkeit möglichst zu reduzieren sollte bei der Ernährung auf eine gesunde und ausgewogene Mahlzeit geachtet werden. In vielem Futter sind künstliche Zusatzstoffe enthalten, wie z.B. Konservierungsstoffe. Da diese Krampfanfälle hervorrufen können sollte darauf konsequent verzichtet werden. Um auch zugrundeliegende Stoffwechselstörungen abzufangen sollte der Gehalt vom tierischen Eiweiß reduziert werden und der Jodgehalt im Futter sollte auf die Hälfte reduziert werden. Bei der sekundären Epilepsie richtet sich die Ernährung nach der Grunderkrankung, die die Epilepsie ausgelöst hat. Da Shari schon immer kein Nass- und Trockenfutter so richtig vertragen hat, habe ich mich entschieden gänzlich auf's Barfen umzusteigen.

 

Da die Epilepsie bei Hunden bis heute noch lange nicht komplett erforscht ist, ist eine Unterdrückung der Anfälle und der Krampfbereitschaft der Ansatz einer tierärztlichen Therapie. Da jeder Vierbeiner auf die Therapie und deren Nebenwirkungen anders reagiert, sollte aus diesem Grund abgewägt werden, ob die Nebenwirkungen tolerierbar sind oder nicht. Die Gefahr das sich der Organismus an die täglichen Medikamente gewöhnt der die Krampfanfälle unterdrücken soll ist gegeben. So kann es auch bei einigen Hunden passieren das sie keine bzw. immer weniger Wirkung zeigen. Das heißt wiederum das die Dosis immer wieder gesteigert werden muss um eine optimale Wirkung zu erzielen. Ist der bestimmte Blutspiegel erreicht und der Hund krampft binnen kürzester Zeit immer noch, ist daran zu denken, dass der Hund Therapieresistent ist und auf die Medikamente nicht anschlägt.

 

Ein Abstand von 3 Wochen ist mit einem Anfall nicht schön, jedoch noch recht akzeptabel sagte man mir. Bei vielen Hunden wird auch die homöopathische Therapie neben der tierärztlichen Behandlung mit eingesetzt. Die Erfahrung mit Homöopathie sind durchweg gut, sie sollten aber dem jeweiligen Hund individuell angepasst werden. Hierbei sollte ein erfahrener Tierheilpraktiker mit Epilepsieerfahrung zu Rate gezogen werden."

 

Mehr über Shari und seiner Krankheit erfahrt Ihr auf seinem Blog: SHARI - ein Hundeleben mit Epilepsie

 

HERZliche Grüße,


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