Change your Outfit, Baby! Fellwechsel beim Pferd

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Change your Outfit, Baby! Fellwechsel beim Pferd! Bildquelle: cavallo.de

Eine neue Runde - eine neue Wahnsinns fahrt! Ich hasse den Fellwechsel! Sorry, aber stundenlang den kompletten Körper des Pferdes schrubben und am Ende kommt nur noch mehr raus, ÜBERALL an allen Utensilien und der Bekleidung diese feinen biestigen Haare und dieses furchtbare KRIBBELN in der Nase! Hölle! Aber genauso unangenehm wie für uns, ist es auch für das Pferd! Der komplette Körper juckt und es ist wirklich Hochleistungssport für den Stoffwechsel. Was im Körper passiert und wie Ihr euer Pferd in dieser Phase  unterstützen könnt, lest ihr hier...

Woher weiß der Körper eigentlich wann Frühling ist? Auslöser für den Fellwechsel ist die Dauer des Tageslichts. Die Zirbeldrüse im Gehirn nimmt diese wahr und schüttet dementsprechende Hormone zum Fellabwurf aus. Ebenso das gleiche Spiel bei der Produktion des Winterfells. Kältereize spielen da noch eine zweite wichtige Rolle. Das kann man gut beobachten, wenn man das Winterfell von Offenstallpferden mit dem des Pferdes in Boxenhaltung vergleicht. Pferde im Offenstall bilden ein dichteres und längeres Fell. Aber nun zum aktuellen Thema: Fellabwurf!

 

Als Erstes werden die langen Oberhaare vom Körper abgestoßen, danach löst sich die dicke Unterwolle. Das ist für den Stoffwechsel eine enorme Leistung. Um die neuen Haare zu produzieren, braucht das Pferd sehr viele Eiweiße. Daher ist gerade bei schwerfuttrigen Pferden im Fellwechsel darauf zu achten, dass sie ihr Gewicht halten. Man kann die Futterration in dieser Zeit um ein Drittel erhöhen.

 

Unterstützung durch Fütterung:

Eine angepasste Fütterung unterstützt die Fellneubildung. Geeignet sind vor allem Futtermittel, die Proteine oder Öle in hochwertiger Form enthalten. Eiweißstoffe, Bierhefe (Lieferant hochwertiger Aminosäuren), Futteröle (nur kalt gepresste Öle) und Leinsaaten liefern neben dem Schutzfilm auch viel Energie, dass das Pferd in dieser Phase dringend benötigt:

  • ab Februar fangen wir mit der zusätzliche Fütterung an
  • Um die Aufnahme der Mineralien zu fördern und das Pferd gleichzeitig mit den wichtigen Vitaminen B und E zu versorgen, kann man zusätzlich Bierhefe zufüttern. Diese hilft den Darmbakterien des Pferdes Mineralien und Biotin aufzunehmen. Die übliche Dosis liegt bei 10 g Bierhefe pro 100 kg Körpergewicht. Sprich 70 g für 700 Kg durchschnittliches Körpergewicht eines Holsteiners.
  • Besonders wichtig für das Fell sind Zink, Kupfer, Schwefel und Selen. Aber Achtung: Nur die vom Tierheilpraktiker oder Tierarzt empfohlene Menge zufüttern.
  • Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und fördern das Immunsystem. Leinöl eignet sich hervorragend! Bitte zu Beginn das Öl nur esslöffelweise zugießen und die Tagesmenge allmählich auf bis zu 200 ml erhöhen, sonst droht Durchfallgefahr!
  • Gerade bei Füchsen und Braunen können Mineralien und Spurenelemente auch die Fellfarbe beeinflussen. So wird das nachwachsende Fell schön geschmeidig und glänzend.

 

TO DO:

Die Pferde wollen Ihr altes Fell schnell loswerden, da die abgestorbenen Haare sehr jucken. Daher genießen sie es in dieser Phase besonders ausgiebig geputzt und gestriegelt zu werden. Für empfindliche Zonen wie Vorderbrust, am Ellbogen und Unterbauch sind besonders Carding-Striegel zu empfehlen. Sie entwirren mit ihren kleinen Zacken verfilztes Haarkleid und erleichtern das Auskämmen der Unterwolle. Auch auf der Weide und in der Box schubbern und wälzen sich die Pferde gerne, um den juckenden Pelz loszuwerden. Hier helfen Kratzecken und geschraubte Wurzelbürsten an Pfählen auf der Weide.

 

ACHTUNG:

Verliert das Pferd seinen Winterpelz gar nicht oder nur Fleckenweise ist das ein wichtiges Warnsignal. Häufig stimmt dann etwas mit dem Stoffwechsel nicht. In diesem Fall sollte ein Tierarzt oder Tierheilpraktiker überprüfen, ob das Pferd zum Beispiel unter dem Cushing Syndrom leidet. Auch ein Mineralmangel kann den Fellwechsel verzögern. Gerade ältere Pferde haben oft einen schlechten Kreislauf und können sich mit ihren dicken Pelz im Frühling gar nicht mehr richtig Bewegen. In solchen Fällen können die Pferde geschoren werden.

 

Gerade Pferde mit chronischen Krankheiten neigen dazu im Fellwechsel vermehrt zu leiden, da die große Belastung des Stoffwechsels das Immunsystem schwächt. Viele Pferde sind empfindlich im Fellwechsel und fangen an zu Husten. Das Immunsystem sollte dabei rechtzeitig fördern (Leinöl, Echina  & Kräutermischungen). Auch Mauke kann in dieser Phase vermehrt aufkommen, hier könnt ihr alles über diese Krankheit erfahren. Alles über die Mauke und was ihr dagegen tun könnt, lest ihr hier...

 

Also: Auf die Striegel, fertig und loooooooooooooooos!

 

HERZliche Grüße,


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