Fit im Winter - Präventionsmaßnahmen für Pferde

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Mit dem feuchten, kalten Wetter kommen nicht immer alle Pferde zurecht. Auf der Koppel oder im kühlen Stall kann der Winter ganz schön auf das Gemüt und das Immunsystem schlagen. Oft stellen mir Kunden dann die Frage, ob sie ihren Pferden in der Zeit etwas Gutes tun können. Meine Antwort: Oh ja- das können Sie!...

Wie bei uns Menschen können Nässe und Kälte Verspannungen, Erkältungen und oftmals auch etwas schlechte Stimmung hervorrufen. Ich zum Beispiel merke ständig, wie ich meine Schultern hoch ziehe damit die Feuchte oder der kalte Wind nicht an die spärlich bedeckten Stellen an Hals oder Nacken gelangt. Doofe Angewohnheit, denn dadurch wird die aufrechte Haltung beeinträchtigt und früher oder später führt es zu Verspannungen. Autsch! Soweit „denken“ Pferde aber nicht, da sie es schlicht weg auch nicht können. Deshalb sind wir zum einen dafür zuständig, dass sie nicht frieren (das Decken Thema habe ich ja bereits hier angesprochen) und zum anderen können wir versuchen sie ein wenig zu unterstützen. Es gibt so viele Dinge aus der Natur, die die Gesundheit und das Wohlbefinden fördern können. Und Kräuter werden von Pferden seit jeher auf den Weiden gefressen und können von der Verdauung optional verwertet werden. Da der natürliche Anteil auf den Weiden seit der enormen landwirtschaftlichen Bewirtschaftung stark zurückgegangen ist können wir diese Kräuter gezielt dazu füttern. 

 

In meinem „Pferde-Kräuterlexikon“ erscheinen nach und nach Artikel über einzelne Pflanzen. Hier geht es nun um eine Mischung die gezielt im Winter angewendet werden kann.

 

Was gilt es denn im Winter zu unterstützen?

Ich kann aus Erfahrungen mit meinem Hannoveraner berichten, dass er im Winter generell leichte „Einlauf-Schwierigkeiten“ hat, was allerdings auch mit seinem Alter zusammenhängt. Es geht also einmal um den Bewegungsapparat, dann generell um die Stärkung des Immunsystems und um Verdauungs- oder Atemwegskräuter. Letztere sind natürlich nicht nur im Winter Thema. In manchen Ställen sind die Koppelzeiten verkürzt oder durch Paddocks ganz ersetzt worden. Die eingeschränkte Bewegung durch das Stehen im Stall oder auf der matschigen Koppel kann zum Beispiel Verspannungen oder auch Verdauungsprobleme zur Folge haben. Den Bewegungsapparat können dann  Brennnessel, Apfelessig, Ingwer, Kamille, Teufelskralle, Weidenrinde, Heublume, Klebkraut oder Mädesüß unterstützen. Brennnessel zum Beispiel hat eine Fülle an Vitalstoffen und eine hohe Futterakzeptanz.

 

Mein Monti zum Beispiel ist zur Blütezeit immer ganz heiß auf die lila Blümchen. Ihre Wirkung gegen Rheumabeschwerden und Hautkrankheiten ist wissenschaftlich erwiesen und auch auf Darmerkrankungen hat sie einen positiven Einfluss. Auf Grund ihrer entgiftenden und entschlackenden Wirkung wird sie nicht nur von uns Menschen bei Müdigkeit oder Erschöpfung empfohlen. Wichtig hier: Trägheit resultiert auch oft aus einem Eisenmangel der zur Blutarmut führt. Brennnessel enthält u.a. Vitamin C, K, Calcium, Phosphor und Eisen. Blutreinigend, Leber stärkend und besonders angenehm für ältere Pferde. Top! Islandmoos ist beliebter Zusatz zur Stärkung der Abwehrkräfte da ihm eine antibiotische Wirkung nachgesagt wird.

 

Die Kamille wird seit jeher bei Mensch und Tier bei Entzündungen der Schleimhäute oder Magen-Darm Problemen eingesetzt. Natürlich sind Pferde um einiges robuster was schlechtes Wetter und die damit verbundene Gefahr einer Erkältung angeht als wir Menschen. Aber ein geschwächtes Immunsystem kann sich auch anders als ein Husten äußern. Das Immunsystem können wir durch eine mineralstoffreiche Mischung aus Brennnessel, Ackerschachtelhalm, Islandmoos, Grüntee, Ginseng, Kamillenblüten, Hagebutte, Ringelblume, Schwarzkümmel und Sonnenhut unterstützen.

 

Für die Atemwege sind unter anderem Anis, Eibisch, Hagebutte, Kamille, Islandmoos oder Beinwell zu verwenden. Diese Mischungen können wir ganz einfach zum Futter dazu geben oder aber auch einen Tee aufgießen und diesen dann zum Futter dazu geben. Wichtig ist natürlich auch die Menge: Zwar richtest Du keinen Schaden an (zumindest bei den meisten) wenn Du zu viel gibst, aber es wird dann schlicht weg nicht verwertet. Das übermäßige Angebot wird dann einfach ausgeschieden. Also weniger ist mehr. ;)

 

Wie viel Ihr geben müsst?

Zur Orientierung: für Warmblüter könnt Ihr zwischen 30-50 g am Tag variieren, Vollblüter ca. 40 g und Ponys ca. 30 g. Meistens gibt es auch einen kleinen Messbecher dazu. Die Fütterungsdauer ist natürlich auch variabel. Ich würde allerdings sagen, dass sie nicht länger als 3 Monate am Stück gegeben werden sollten. Also über den Winter an 4 - 5 Tagen in der Woche können wir ohne Probleme eine Mischung dazu geben.

 

Durch diese einfache, gesunde und auch nicht all zu teure Variante können wir unsere Vierbeiner ein wenig im zügigen Stall oder einfach an den Tagen mit kaum Sonne helfen sich selbst zu helfen. Wenn Ihr also das Gefühl habt, das doofe Wetter wirkt sich - wie auf Euch auch teilweise - negativ auf das Pferd aus, ihr seht Haut-/Fellunreinheiten oder bei den ersten Trab-Schritten hustet euer Pferd, versucht mal die Kraft der Natur zu nutzen.

 

Liebe Grüße,

 

Jule



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