Kostverächter - so bringt mich mein Hund zum ständigen Futterwechsel

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Wenn der Hund dich zum ständigen Futterwechsel erzieht!

"Kuni ist ganz schön schlau!" musste ich mir von meiner Trainerin sagen lassen, als ich Ihr verzweifelt erzählte, dass die Kleine nicht mehr frisst! Hä? Was hat das denn mit schlau zu tun? Ich machte mir unfassbare Sorgen und meine Trainerin sagte einfach nur "schlau" dazu? Aber Sie sollte im Grunde Recht behalten...

So nun mal von Anfang an: Kuni war wirklich ganz schön kompliziert, was die Ernährung angeht. Als Sie zu mir kam, wusste ich leider nichts von ihr. Wir haben bei Null angefangen und mussten uns durch einige Futtersorten durch quälen bis wir ein geeignetes Futter gefunden haben.

 

Zunächst möchte ich erwähnen - auch wenn ich mich mit dem Thema schon beschäftigt habe - dass ich nicht BARFe. Warum nicht? Weil ich noch viel zu wenig darüber weiß, als blind einfach einem Trend hinterher zu laufen. Klar, es erscheint total logisch und wer weiß, wenn ich mich noch intensiver damit auseinander setze, Geld und Zeit genug habe, fange ich auch an zu BARFen. Aber dazu ein anderes Mal mehr...

 

(Nachtrag August 2016: Wir BARFen jetzt und sind mehr als glücklich und gesund! Aber da wir auch immer noch viel dazu lernen, möchte ich diesen Beitrag nicht ändern! Zu dem BARFen werde ich bald ein Erfahrungsbericht schreiben :)

 

Ich habe mich eine Woche vor Kuni´s Ankunft - wie es jeder ahnungslose Neu-Hundehalter tut - in ein Tiergeschäft begeben und die Fachkräfte bis ins Unermessliche mit Fragen über Hundefutter gequält. In jedem Geschäft die gleiche Antwort: Happy Dog! Davon überzeugt habe ich 1 Kilo gekauft und die Misere begann: Der Heißhunger auf das mit Geschmacksstoffen voll gepfropfte Futter war groß, der Kot war dünn, die Augen tränten, das Fell juckte und die Waagen Anzeige sank. Also, ich hatte nicht wirklich einen "happy Dog" zuhause sitzen! Einige Futter-Probierphasen später hatte ich endlich ein gutes Futter gefunden...

 

Sooooo nun der Teil der Intelligenz meines Hundes und vor allem mein Erziehungsversäumnis:

 

Der Tag der Wahrheit war gekommen und ich erzählte verzweifelt meiner Trainerin von der Futter-Misere. Sie lachte und sagte mir, dass ich durch den anfänglich ständigen Futterwechsel meinem Hund beigebracht habe das Futter nach ca. 2 Monaten (Lebensdauer einer Packung) nicht mehr anzunehmen und neues Futter fordert! Ich habe mir einen waschechten Kostverächter herangezogen :(

 

Folgender Trainingsplan wurde mir auf den Weg gegeben: Kuni hatte einmal am Tag ca. 90 Sekunden Zeit das mit Wasser angereicherte Trockenfutter zu fressen. Isst sie es nicht, wird diese Portion ihr weggenommen, im Kühlschrank aufbewahrt und am nächsten Tag wieder angeboten.

 

Ja, es klingt im ersten Moment hart und ich brauchte auch ein wenig, mich daran zu gewöhnen - ABER es hilft und ist die "natürlichste" Art der Fütterung: In der freien Natur sind Hunde in Sachen Nahrungsaufnahme Konkurrenten. So hat jeder Hund nur wenige Sekunden Zeit einen Happen von der Beute abzubekommen, bevor ein ranghöheres Tier eine weitere Portion einfordert.

 

In unserem Fall ist die Kostverächtung zum Glück "nur" ein Erziehungsversäumnis meinerseits. Trotzdem möchte ich euch folgend weitere Gründe der Futterverweigerung eines Hundes ans Herz legen:

  • Satt
  • Milben im Futter
  • Futter ist schlecht geworden
  • Futterunverträglichkeit
  • Allergien
  • Koliken
  • Weitere Erkrankungen
  • Unwohlsein
  • Hitze
  • Parasiten im Magen-Darm-Trakt
  • Läufigkeit
  • Abgelenkte Rüden durch die Düfte einer läufigen Hündin

 

Die meisten Hunde können zwei bis drei Tage ohne Futter auskommen ohne Schaden daran zu nehmen. Dennoch solltet Ihr - je nach Symptomen - unbedingt euren Tierarzt aufsuchen und alle Eventualitäten abklären. Manchmal kommt ihr um ein großes Blutbild nicht herum, um die Ursachen der Symptome herauszufinden.

 

SNUUT Tipp: Bitte bitte bitte beschäftigt Euch mit der Futterthematik. Es ist nicht wichtig welcher Anhängerschaft ihr zugehört, nur dass ihr das Thema kritisch betrachtet, euch eure eigene Meinung bildet und nicht blind der Futtermittelindustrie hinterher „dackelt“. Denn dein Hund ist ein Unikat, genau wie Du!

 

 

HERZliche Grüße,


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Kommentare: 2
  • #1

    Nina (Sonntag, 31 Januar 2016 19:08)

    Hallo Snuut,
    meine Rüde frisst nie in der Phase, in der die Hündinnen alle Läufig sind. Was kann ich da tun?
    P.S. Schöner Blog, tolle Themen, super Bilder :)
    Lieben Gruß,
    Nina

  • #2

    SNUUT (Sonntag, 31 Januar 2016 19:35)

    Hallo Nina,
    ja das Thema ist wirklich sehr heikel. Leider wäre es unverantwortlich von uns eine Fernprognose abzugeben. Daher empfehlen wir, einfach mal deinen Rüden beim Tierarzt einmal abchecken zu lassen. Ein großes Blutbild gibt dann meistens Aufschluss Krankheiten ausschließen zu können! Ansonsten empfehlen wir einen Gang zu einem Tierheilpraktiker. Die haben viele gute Tipps, wie man sich gegen diese nervige Phase homöopathisch rüsten kann.
    Viel Erfolg. Du kannst gern Deine Erfahrungen hier berichten. Wir freuen uns von Euch mit guten Nachrichten zu hören.
    HERZliche Grüße,
    SNUUT