Der alternde Hund

SNUUTblog Hundeblog - Der alternde Hund
Die SNUUT wird langsam grau, die Zähne fallen aus und das Gewebe erschlafft - so verlangsamst du den Alterungsprozess Deines Hundes!

Leider stehen wir Hundebesitzer manchmal schneller vor der Problematik des alternden Hundes, als es uns lieb ist. Die körperliche Kraft unseres Hundes schwindet, die Zähne fallen aus und manchmal reicht die Zeit für den Weg nach draußen nicht aus, um die Exkremente noch an sich zuhalten. Was die Prozesse des Alterns auslöst und wie Du deinem Hund helfen kannst diese zu verlangsamen, liest Du hier...

Doch was geschieht eigentlich beim Altern eines Hundes?

 

Verschiedene Prozesse im Körper eines Hundes (wie auch in unserem Körper) geschehen gleichzeitig. Der Stoffwechsel ist dafür verantwortlich, dass Zellen verschleißen und langsam absterben. Durch den Verbrennungsprozess von Nahrung und Sauerstoff entstehen sogenannte freie Radikale, die verantwortlich für den Alterungsprozess sind. Sie zersetzen das Gewebe und knabbern an der DNA. Diese angefressenen DNA-Stränge können gefährlich werden, da sie Krebs verursachen. Der Körper geht zwar gegen an, kann irgendwann die Masse an freien Radikalen nicht mehr händeln. Ein weiterer Alterungsprozess-Förderer sind die Telomere. Sie sind die Chromosomenden, die u.a. für die Zellteilung notwendig sind. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere, da sie nicht mit kopiert werden und damit verloren gehen. Wenn sie dann eine kritische Minimallänge unterschritten haben, tritt der Zelltod ein. Nicht bewiesen, aber auch nicht außer acht zulassen sind z.B. Umwelteinflüsse, wie Ernährung, Haltung und Fürsorge, die auch einen großen Einfluss auf die Lebenserwartung eines Hundes haben.

 

Wie erkenne ich einen alternden Hund?

 

Ich würde meinen Senior nicht anhand einer bestimmten Jahresanzahl festmachen, sondern an den Symptomen, die auftreten: reduzierte Geschmacksnerven und Speichelsekretionen, träger Darm, abgenutzte bis keine Zähne, Erschlaffung des Gewebes, Verschleißerscheinungen an Gelenken und Knochen, geschwächtes Immunsystem, Ergrauen des Felles, Schwerhörigkeit und Sehschwäche. Auch Vergesslichkeit und Aufmerksamkeitsschwäche können auftreten.

 

Um Deinem Hund das fortschreitende Leben so angenehm wie möglich zu machen und den Altersprozess etwas zu regulieren solltest du folgendes beachten:

 

Ernährung:

  • Ernährung umstellen!!! Tränende Augen, Juckreiz, stumpfes Fell, Müdigkeit etc. können Zeichen von falscher Ernährung sein. Am besten verzichtest du auf getreidehaltiges Futter. Frische und unbehandelte Nahrungsmittel beugen Krankheiten vor. Wichtig darin sind die Enzyme, Vitamine, Mikronährstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe, die u.a. als Radikalfänger den Alterungsprozess aufhalten.
  • Bei Tumorerkrankungen sollte der Hund unbedingt getreidefrei ernährt werden! Gut dagegen sind rohe(r/s) Karotten, Brokkoli, Kohl, grüner Spargel, rote Beete, Ananas, Beeren und Aprikosenkerne.
  • Falls der Hund nur noch wenige Zähne hat, solltest Du das Futter aufweichen.
  • Viel Trinkwasser anbieten!!!
  • Knochen, um Zähne und Kaumuskulatur zu stärken. ACHTUNG: Knochen kann bei träger Darmaktivität zu Verstopfungen führen, also Mengen und Größe beachten (Erstickungsgefahr)
  • Bei Nierenerkrankungen beim Hund sollte auf Knochen verzichten und ganz viel Trinkwasser angeboten werden!
  • Phytotherapie. Die Zugabe von Kräutern für die Anregung des Stoffwechsels und zur Unterstützung für verschiedene Organe: Weißdorn, Klettenwurzel, Schachtelhalm, Brennesel, Süßholz, Brunnenkresse und Löwenzahn sowie die Algen Spirulina, Chlorella und Ascophyllum Nodosum
  • SNUUT-Geheimtipp: GINSENG - auch in der alten chinesischen und koreanischen Medizin die „Wurzel des Lebens“ genannt. Und das zu Recht: Sie gilt als aufbauendes und stärkendes Mittel für Immunsystem und Gehirnleistung. Stressbewältigung, körperliche Leistungsvermögen und die Konzentrationsfähigkeit wird deutlich unterstützt. Erschöpfung, Altersschwäche und Müdigkeit sollten kein Thema mehr sein. Es sei denn, es gibt andere Gründe dafür. Ginseng gibt es als Aufbaukonzentrat in gut aufgestellten Tierbedarfsläden

Beschäftigung:

  • Lange und ausgiebige Ausflüge sollten reduziert werden. Den Hund fordern aber nicht strapazieren!
  • Just for Info: Ein Hund braucht ca. 17 Stunden Ruhephasen. Welpen oder alte Hunde bis zu 20 Stunden pro Tag
  • Körperliches Training reduzieren (kurze Übungen z.B. auf einem Gymnastikball für die Tiefenmuskelatur) - Kopftraining erhöhen (Schnüffelteppich, Suchspiele)
  • Den alten Hund an der Leine führen – die Sinnesorgane und der Bewegungsapparat verlieren an Funktionalität. So kommt dein Liebling unbewusst häufiger in gefährliche Situationen, die durch die „Safty leash“ vermieden werden können
  • auf Spaziergängen den alten Hund vor anderen Hunden schützen (Siehe Blog-Post Der gelbe Hund)

Pflege:

  • Krallen stutzen! Bei Hunden, die aktiv sind brauchen die Krallen nicht gestutzt werden, da sie sich von alleine und in dem für den Hund anatomisch besten Winkel abnutzen.
  • Bierhefe Tabletten für gesunde Haut, glänzendes Fell & feste Krallen
  • Augen und Ohren regelmäßig mit Babyfeuchttücher (ohne Parfum) leicht auswischen

Komfort:

  • Hundebett ohne Einstiegshindernisse anbieten
  • Hund ins & aus dem Auto heben! Wenn der Hund zu schwer für dich ist, kannst du dir eine Rampe kaufen (Die sind in jedem Tierbedarfsladen erhältlich)
  • Treppensteigen vermeiden - eventuell einen neuen Hundeplatz im Haus suchen. Bitte achte darauf, dass der Hund auf dem neuen Platz nicht zusätzlichen Stress und/oder Zugluft ausgesetzt ist.
  • Alte Hunde verbrauchen einen großen Teil ihrer Energie für die Körpertemperatur. Um ihnen etwas Unterstützung zu bieten, kann man dem Hund einen Wollpulli anziehen. Besonders gut für Hunde ohne Unterwolle.
  • Shiatsu-Massagen beim Hund anwenden, um die Durchblutung, die Geschmeidigkeit der Faszien, die Beziehung & das Vertrauen zum Hund zu fördern. Auch gern mit einem Igelball!
  • Für einen höheren Komfort schwören wir auf die Produktreihe von Back on Track. Gerade bei Mel, die schon zwei Bandscheibenvorfälle hatte, achten wir immer darauf, dass ihr Rücken immer warm eingepackt ist. Durch ihre Schonhaltung, soll sie nicht noch durch Kälte ihre Muskelgruppen am Rücken mehr belasten. Sie trägt den Mantel den ganzen Tag und liebt ihn... :)  Demnächst wollen wir uns noch den Rückenschoner zulegen.

Gesundheit:

  • Öfter Gassi gehen als früher, da die Schließmuskeln eines älter werdenden Hundes erschlaffen und so Urin & Kot öfter in geringeren Mengen abgesetzt werden müssen.
  • Es gibt sanfte homöopathische Mittel für voranschreitende Inkontinenz
  • Regelmäßig ein großes Blutbild machen, um Nieren- und Leberwerte abzuchecken
  • Evtl. regelmäßige Besuche bei dem Tierheilpraktiker/In vereinbaren

Häufige Alterserkrankungen bei Hunden:

  • Niereninsuffizienz
  • Diabetes
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Verdauungsstörungen
  • Herzerkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • Übergewicht
  • Hauterkrankungen
  • Zahnerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Knochen- und Gelenkerkrankungen 

Kräuter bei Krebserkrankungen:

  • Löwenzahn
  • Echinacea
  • Pau D'arco
  • Rotklee
  • Knoblauch
  • Katzenkralle
  • Essiac 

Diese Tipps können keine Wunderheilung versprechen, sondern nur Vorbeugen oder Krankheitsprozesse verlangsamen.

 

Zusatzmittel bei Gelenkerkrankungen:

  • Vitamin B, C, E
  • Glucosamine
  • Chondroitin
  • Omega 3/ Gammalinolensäure
  • Algen
  • Teufelskralle
  • evtl. noch Yucca und Apfelessig

„Prävention“ ist das Schlüsselwort! Um Deinen Hund gesund ins hohe Alter zu begleiten, fängst Du am besten schon im Junghundealter mit dementsprechenden Maßnahmen an: minimale Medikamenteneinnahme, artgerechte Haltung, gesundes Futter, angemessenen Auslauf und Stressvermeidung. Wichtig sind im Alter regelmäßige Untersuchungen beim Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

 

Dreifach ist der Schritt der Zeit: Zögernd kommt die Zukunft hergezogen, pfeilschnell ist das Jetzt verflogen, ewig still ist die Vergangenheit.


 

Friedrich Schiller

 

Uns ist wichtig, hier nochmal zu erwähnen, warum es manchmal der bessere Weg ist, den alten und eventuell kranken Hund rechtzeitig zu erlösen! Klar ist das immer eine sehr sehr schwierige Entscheidung! Sie sollte gut durchdacht und gemeinsam mit der Familie und vor allem mit Deinem Hund getroffen werden. Trotzdem sollte man sich nicht zu lange Zeit für die Entscheidung lassen - oftmals auch nur aus unterbewusstem Egoismus. Dein Hund hat Dir viele Jahre treu beiseite gestanden – dann ist es auch Deine Pflicht „Hundbewusst“ zu handeln – denn Dein Hund ist ein Unikat, genau wie Du!

 

HERZliche Grüße,

 


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Kommentare: 2
  • #1

    The Pell-Mell Pack (Donnerstag, 06 Oktober 2016 19:34)

    Hallo Sina,
    vielen Dank für deinen Artikel. Das ist eine sehr schöne und umfangreiche Zusammenstellung. Und vor allem ein wundervolles Zitat. Toll!
    Eine Anmerkung habe ich jedoch zum letzten Absatz: ich habe selbst eine Seniorin, bei der Aussenstehende nicht verstehen, warum ich sie nicht einschläfern lasse. Und ich arbeite nebenberuflich in einer Tierarztpraxis. Mir begegnet am häufigsten der Wunsch nach Erlösung aus egoistischen Gründen. Weil der Tierhalter die Probleme mit dem alten Hund nicht mehr erträgt oder es ihm zu viel wird. Aber das gehört dazu. Wir werden auch alt und keiner "erlöst" uns. Ja, ich bin froh, dass wir unserem Tier Todesqualen ersparen können. Aber wir sollten ganz genau auf die Augen, ein mögliches Schmerzgesicht und die gesamte Ausstrahlung achten. Nicht nur auf Symptome. Ich finde schon, dass man sich mit der Entscheidung viel Zeit lassen kann und keinem ein schlechtes Gewissen gemacht werden sollte, wenn man dem Partner bis zum natürlichen Ende zur Seite stand. Das empfinde ich nicht als egoistisch, sondern als den schwereren Weg.
    Herzlich Grüße
    Stephie

  • #2

    jürgen (Dienstag, 09 Mai 2017 14:01)

    Die Ursache ist oft die falsche Ernährung bzw. die Unterversorgung des Hundes mit preiswertem Futter aus dem Supermarkt. Hierdurch entstehen ,wie durch eine Kettenreaktion, verschiedenste Symptome und Krankheitsbilder. Das eine bedingt das andere.
    Unser Golden Retriever war auch immer abgeschlagen, hatte Hüftprobleme ,
    war krankheitsanfällig ,Herzprobleme usw., heute dies und morgen das bis mich jemand mal auf diese Problematik aufmerksam machte er empfahl mir ein richtig gutes Hundefutter ,gibt’s bei Amazon
    https://www.amazon.de/Hundeland-Natural-Native-Lamb-Lamm/dp/B01ERUQYQM/ref=as_sl_pc_qf_sp_asin_til?tag=dafsgrg-21&linkCode=w00&linkId=26614d6866f1d9a1c803af8b5f3a2f6a&creativeASIN=B01ERUQYQM

    Tja und nach etwa 6 Wochen war es ein anderer Hund ,ich kann es nicht anders sagen. Das Futter macht verdammt viel aus ! Aber Vorsicht, es werden auch plumpe Fälschungen im Netz angeboten. Ich kaufe es nur bei Amazon. Man kann nun mal nicht für 85 Cent /Dose oder ein par Euro für einen Sack Trockenfutter etwas wirklich Brauchbares herstellen .Einfach mal ausprobieren. Viel Glück….